Cover "Sprache. Macht. Denken"
Cover „Sprache. Macht. Denken“

Wie einfach hatte es doch August Bebel, wenn er auf den Versammlungen das Wort ergriff.  Er geißelte Arbeitsbedingungen und soziale Lage, forderte den Zusammenhalt und die Auseinandersetzung mit dem konservativen Gegner. Die Botschaften waren einfach, verständlich und erfolgreich.

Inzwischen befassen sich nicht selten Agenturen mit dem Formulieren politischer Botschaften. Auch sie nicht immer mit Erfolg.  Denn politische Kommunikation braucht einen Rahmen, braucht eine „Erzählung“, braucht Visionen. Die in der politischen Botschaft verwendeten Begriffe müssen auf einen fruchtbaren Boden fallen. Die Zusammenhänge von Sprache und Macht sind zu beachten.

Wie politische Diskurse zu verstehen und zu führen sind,  hat das Denkwerk Demokratie, ein „Denk-Netzwerk“, das Akteure aus Politik, Gewerkschaften, NGO und Wissenschaft zusammenbringen möchte, analysiert. „Sprache. Macht. Denken“, erschienen beim Campus-Verlag, ist eine Sammlung von Aufsätzen, die einerseits theoretische Grundlagen schaffen, andererseits an Fallbeispielen auch konkretes Vorgehen aufzeigen. Benjamin Mikfeld und Jan Turowski erläutern in einem vorangestellten Kapitel die verschiedenen theoretischen Konzepte und stellen eine strategieorientierte Diskursanalyse vor.

In weiteren Aufsätzen geht es u.a. um die Frage, wie das Ringen um Meinungsführerschaft abläuft oder wie politische Metaphern und Begriffe eingesetzt werden können. Sprache kann ganze Bevölkerungsgruppen aus dem Diskurs ausschließen. Aber auch der Umgang der Medien mit aktuellen politischen Diskursen wird angesprochen. Wie „Themen besetzt“ werden können, ist nach der Lektüre noch kein Selbstläufer. Aber die Kenntnis der Zusammenhänge hilft ungemein.

Denkwerk Demokratie (Hg.), Sprache. Macht. Denken, Politische Diskurse verstehen und führen,  Februar 2014, kartoniert, 308 Seiten, 5 Abbildungen, 19,90 EUR,  EAN 9783593500720

(erschienen in: Berliner Stimme, 5. April 2014)