Do.. Jan. 15th, 2026
Der berühmte Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom ist ein Meisterwerk des Barocks und der größte Brunnen Roms.Der berühmte Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom ist ein Meisterwerk des Barocks und der größte Brunnen Roms.
Der berühmte Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom ist ein Meisterwerk des Barocks und der größte Brunnen Roms. Er wurde von Nicola Salvi für Papst Clemens XII. entworfen und 1762 fertiggestellt. Foto: Ulrich Horb
Der berühmte Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) in Rom ist ein Meisterwerk des Barocks und der größte Brunnen Roms. Er wurde von Nicola Salvi für Papst Clemens XII. entworfen und 1762 fertiggestellt. Foto: Ulrich Horb

Überfüllte Straßen und Plätze, lange Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten: Jährlich besuchen mehr als 22 Millionen Touristinnen und Touristen aller Nationalitäten die gut 2,7 Millionen Römerinnen und Römer, um auf den Spuren der 3000jährigen Geschichte der „ewigen Stadt“ zu wandeln.

2025 war aber selbst für erfahrene Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt ein besonderes Jahr. Rom erwartete bis zu 40 Millionen Gäste – fast doppelt so viele wie gewohnt. Denn die Wahl eines neuen Papstes fiel zusammen mit dem Heiligen Jahr (Giubileo) der katholischen Kirche, das am 24. Dezember 2024 begann und regulär nur alle 25 Jahre stattfindet. Beide Ereignisse zogen zusätzlich Millionen von Pilgern und Touristen an, die die für sie heiligen Stätten besuchen wollten. Und die gleichzeitig auch den neu gewählten Papst Leo XIV aus der Nähe erleben wollten, den Nachfolger des gerade verstorbenen Papstes Franziskus.

„Pilger der Hoffnung“ lautete das Motto des Heiligen Jahres 2025. Damit verbunden war das Versprechen der Kirche für einen Erlass von Sündenstrafen im Jenseits, wahre Reue vorausgesetzt. Dazu mussten Pilger in Rom eine der vier großen päpstlichen Basiliken besuchen und dort durch die sonst verschlossene Heilige Pforte schreiten.

Die vier Großbasiliken sind der Petersdom (San Pietro in Vaticano), die Lateranbasilika (San Giovanni in Laterano), Santa Maria Maggiore mit dem Grab des verstorbenen Papstes Franziskus und St. Paul vor den Mauern (San Paolo fuori le mura). Seit 1450 finden die Wallfahrten bis auf wenige Ausnahmen alle 25 Jahre statt. Aus besonderem Anlass soll es aber im Jahr 2033 – 2000 Jahre nach der überlieferten Auferstehung von Jesus Christus – ein weiteres heiliges Jahr geben.

Das Forum Romanum in Rom. war Zentrum des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens im antiken Rom. Foto: Ulrich Horb
Das Forum Romanum in Rom. war Zentrum des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens im antiken Rom. Foto: Ulrich Horb

Roms Geschichte ist eng mit dem Christentum verbunden, hat aber schon lange davor begonnen. Im 8. Jahrhundert vor Christus gab es bereits eine kleine Siedlung am Tiber. Der Sage nach erfolgte die Gründung der Stadt durch Romulus und Remus 753 v. Christus. Über die Jahrhunderte wurde Rom zum Zentrum eines Reiches, das während seiner größten Ausdehnung den gesamten Mittelmeerraum beherrschte, zu dem Gallien und Britannien ebenso wie Gebiete am Schwarzen Meer gehörten.

Und eben dieser Geschichte des römischen Imperiums und seines Zerfalls, seiner Strahlkraft und seiner historischen Bedeutung begegnen die Besucherinnen und Besucher Roms nicht nur in den zahlreichen Museen, sondern auch auf den Straßen und Plätzen.

Rom ist anstrengend. Die sieben Hügel, die als Ursprünge der Stadt gelten, Aventin, Caelius (Celius), Esquilin, Kapitol (Kapitolin), Palatin, Quirinal und Viminal, machen Stadtspaziergänge zum sportlichen Ereignis. Und dann gibt es so viele Orte, die zum Pflichtprogramm eines Besuchs gehören, wie in keiner anderen Stadt.

Wer könnte in Rom gewesen sein, ohne den berühmten Trevi-Brunnen zu besichtigen? Aber selbst wer da war, muss ihn nicht unbedingt gesehen haben – denn unzählige Touristinnen und Touristen stehen mit ihren Handykameras davor und geben kaum Sicht frei auf den Meeresgott Poseidon, der da auf einem Streitwagen einherkommt, gezogen von Pferden und zwei Tritonen, Söhnen des Meeresgottes.

Seit Januar 2026 kostet der Zugang zum Brunnen für Touristen zwei Euro Eintritt. Die Stadtverwaltung verspricht sich davon, die Besucherströme besser lenken zu können – allein im ersten Halbjahr 2025 drängten sich 5,3 Millionen Menschen am Brunnen, durch den einst Anita Ekberg für Fellinis Film „Das süße Leben“ watete.

Blick vom Forum Romanum zum Kolosseum. Foto: Ulrich Horb
Blick vom Forum Romanum zum Kolosseum. Foto: Ulrich Horb

Mit dem Forum Romanum, dem ältesten römischen Forum und der größten Ausgrabungsstätte Roms, gibt es eine weitläufige Geschichtslandschaft mitten in der Stadt. Umgeben von den drei Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin spielte sich hier einst das politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiösen Lebens Roms ab. Hier fanden große Triumphzüge statt, wurden Verbrecher verurteilt, kehrten Gläubige in Tempeln ein. Überreste von Basiliken und öffentlichen Gebäuden rahmen den Platz ein. Erst der Bau der Cloaca Maxima, des unterirdischen Kanalsystems, legte das sumpfige Gelände trocken.

Das Kolosseum war das größte Amphitheater, das im Römischen Reich erbaut wurde. Es sollte die Größe des antiken Roms anschaulich zeigen. Foto: Ulrich Horb
Das Kolosseum war das größte Amphitheater, das im Römischen Reich erbaut wurde. Foto: Ulrich Horb

Wenige Schritte weiter befindet sich der Eingang zum Kolosseum, dem größten je erbauten Amphitheater. Ein Teil seiner Fassade wurde im Laufe der Jahrhunderte abgetragen und findet sich in anderen römischen Bauwerken wider.

Gut erhalten zeigt sich das antike Pantheon, ab 126 n.Chr. unter Kaiser Hadrian vollendet, mit seiner beeindruckenden und oben offenen Kuppel, mit mehr als 44 Metern die größte und älteste Betonkuppel der Welt. Durch ihre Öffnung kann Regen ins Innere dringen.

das Pantheon in Rom, eines der am besten erhaltenen antiken römischen Bauwerke. Foto: Ulrich Horb
Das Pantheon in Rom, eines der am besten erhaltenen antiken römischen Bauwerke. Foto: Ulrich Horb

Leichter Regen wird durch einen dann aufsteigenden Luftstrom zerstäubt, stärkerer Regen sammelt sich am Boden und fließt dort durch 22 kaum sichtbare Öffnungen ab. Pantheon bedeutet im Griechischen „allen Göttern geweiht“. Als Kaiser Phokas das Gebäude im Jahr 608 Papst Bonifatius IV schenkte, wurde es zur Kirche umgewandelt.

Im Pantheon befinden sich die Gräber der italienischen Könige Viktor Emanuel II. und Umberto I. sowie der Königin Margherita von Savoyen, hier wurde der Maler Raffael beigesetzt.

_P1024775 das Innere des Petersdoms in der Vatikanstadt. Die Basilika in Renaissance-Architektur wurde von 1506 bis 1626 erbaut. Sie gilt als Heiligtum der Christenheit, da sie über dem Grab des Heiligen Petrus errichtet wurde. Foto: Ulrich Horb
_P1024775 Das Innere des Petersdoms in der Vatikanstadt. Die Basilika in Renaissance-Architektur wurde von 1506 bis 1626 erbaut. Sie gilt als Heiligtum der Christenheit, da sie über dem Grab des Heiligen Petrus errichtet wurde. Foto: Ulrich Horb

Ein eigener Bereich ist die Vatikanstadt mit dem Petersdom und den unendlich wirkenden Vatikanischen Museen. Sieben Kilometer lang ist der museale Rundgang, der an 50.000 Objekten vorbeiführt. Jahrhundertelang haben Päpste hier Kunstschätze aus der Geschichte Roms, aber auch aus aller Welt zusammengetragen und selbst meisterliche Malereien in Auftrag gegeben. 1508 bis 1512 arbeitete Michelangelo hier an der Dekoration der Sixtinischen Kapelle, dem Ort, an dem das Konklave zur Papstwahl stattfindet.

Fresken an den Wänden stellen Stationen aus dem Leben von Jesus und von Moses dar, das Deckengemälde illustriert auf 520 Quadratmetern Szenen aus der Genesis. Das Fotografieren ist in der Sixtinischen Kapelle seit 1980 verboten, zunächst weil Nippon TV als Sponsor der Restaurierungsarbeiten die Bildrechte innehatte. Inzwischen sind es mehr praktische Gründe: der Besucherstrom in der stets überfüllten Kapelle würde durch das Fotografieren langsamer vorankommen, Blitzlicht könnte die Kunstwerke beschädigen.

Selbst wer sich ziellos auf die Wanderschaft durch Rom begibt, wird viel von der Geschichte der Stadt wahrnehmen. Allerdings empfiehlt sich angesichts der Fülle von sehenswerten Orten eine genauere Planung vorab. Viele Museen und Orte sind nur mit online erworbenen Tickets mit Zeitfenster zugänglich. Rom-Cards von verschiedenen Anbietern verhelfen zu Zugängen an der Schlange vorbei und beinhalten meist auch Stadtrundfahrten.

Als Reisezeiten empfehlen sich angesichts der klimatischen Bedingungen die Monate März, April, September oder Oktober.

Adressen: Stadtverwaltung Rom: https://www.comune.roma.it/web/it/home.page
Roms offizielle Tourismusinformation: https://www.turismoroma.it/de/page/tourist-infopoints

Tourist Infopoint TERMINI
Bahnhof Termini – zwei Informationsschalter
Täglich 10.00-18.00 Uhr
Informationspunkt und touristische Veranstaltungen in Rom
Nur zur Information. Es werden keine Verkäufe und/oder Reservierungen oder Abholungen des Roma-Passes vorgenommen

Von Ulrich Horb

Jahrgang 1955, lebt und arbeitet als Journalist und Fotograf in Berlin

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