Mo.. März 31st, 2025
Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich HorbUnterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Tropische Pflanzen in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Tropische Pflanzen in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Es ist warm und voller Grün, Wasser plätschert über ein Mühlrad, Vögel fliegen von Ast zu Ast. Ein Stück tropischer Natur, geschützt untergebracht in einer riesigen Halle. Jetzt ist diese Natur bedroht:  Die Biosphäre Potsdam kämpft um den Fortbestand, es fehlt an Geld für den Weiterbetrieb, in der brandenburgischen Landeshauptstadt wird über die Schließung nachgedacht. Eine Petition soll das verhindern.

Tropische Pflanzen in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Tropische Pflanzen in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Ein ehemaliger Truppenübungsplatz auf dem Bornstedter Feld im Norden von Potsdams wurde 2001 für die  Bundesgartenschau hergerichtet und 2002 zum heutigen Volkspark Potsdam. Aus der einstigen Blumenhalle wurde nach Ende der Gartenschau eine Tropenhalle mit rund 20.000 Pflanzen. Auf 5000 Quadratmetern können die Besucherinnen und Besucher durch tropischen Regenwald gehen, die Wege führen über mehrere Ebenen der 24 Meter hohen Halle. Rund 140 verschiedene Tierarten haben hier ihr Zuhause, sie zeigen sich mal besser und mal weniger gut versteckt in den Terrarien und Aquarien. Ein eigenes Schmetterlingshaus ermöglicht die mitunter hautnahe Begegnung.

Schmetterlingshaus in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Schmetterlingshaus in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Die Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Die Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Mit 18 Euro für das Erwachsenenticket ist der Besuch nicht ganz billig, dennoch schreibt die beheizte Halle  mit ihrer tropischen Vielfalt, einem rauschenden Wasserfall, der Unterwasserwelt und den Restaurants rote Zahlen.

Seit Dezember 2024 ist Nico Franzen Geschäftsführer der ProPotsdam Naturerlebnis GmbH mit ihrer Tropenhalle. Der 35-Jährige Franzen kommt aus dem Unternehmen, war zuletzt als Prokurist und Betriebsleiter an der Weiterentwicklung der Strukturen und Geschäftsfelder beteiligt. Jetzt muss er mit dem Defizit und ungeduldigen Stadtverordneten umgehen, die eine Schließung ins Auge fassen, wenn die Verluste nicht deutlich reduziert werden. 2022 gab die Stadt 1,6 Millionen Euro Zuschuss.

Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Dabei ist die Biosphäre eine Attraktion für den Potsdam-Tourismus, von der auch andere Einrichtungen profitieren. Und nicht alles lässt mit Geld messen. Darauf weist auch die Petition hin, die sich für den Erhalt der Biosphäre einsetzt: „Wir fordern den Oberbürgermeister und die Stadtverordneten Potsdams auf, die Biosphäre Potsdam als einzigartigen Lern- und Erlebnisort zu erhalten“, so die Petition. „Die Tropenhalle ist nicht nur ein Ort für Bildung, Nachhaltigkeit und Erholung, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Potsdamer Kulturlandschaft.“

Enten in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Enten in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Besonders für Kinder und Jugendliche sei die Tropenhalle ein unverzichtbarer Lernort, an dem sie die Wunder des Regenwaldes und wichtige Themen wie Artenvielfalt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit hautnah erleben können“, so die Begründung der Petition. „Mit interaktiven Bildungsangeboten, spannenden Projekten und Veranstaltungen inspiriert die Biosphäre Menschen jeden Alters dazu, Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen. Die Biosphäre verbinde Bildung, Unterhaltung und Umweltschutz auf einzigartige Weise – diese wertvolle Kombination dürfe nicht verloren gehen.

Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Seit 2016 wurden immer wieder Schließungspläne diskutiert, die Halle selbst hat Sanierungsbedarf.  Ein privater Betreiber konnte bislang nicht gefunden werden.

Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Rückgängig gemacht werden könnte eine Schließung nicht so ohne weiteres. Was in 20 Jahren gewachsen ist, müsste abgeräumt werden, die Tiere an andere Einrichtungen gegeben werden. Geschäftsführer Franzen sucht deshalb nach weiteren Finanzquellen. Ein Förderverein soll gegründet werden, der Spenden einwerben soll. Potsdamer Unternehmen könnten einzelne Bereiche unterstützen. Zudem sollen weitere Einsparungen erfolgen, Öffnungszeiten könnten reduziert werden. Bis zum April 2025 wird eine Entscheidung der Stadtverordneten erwartet.

Link zur Petition

Link zur Website der Biosphäre

Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb
Unterwasserwelt in der Biosphäre Potsdam. Foto: Ulrich Horb

Von Ulrich Horb

Jahrgang 1955, lebt und arbeitet als Journalist und Fotograf in Berlin

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